– hanami darf nicht Halloumi werden!

profilbild hanamiEs ist mir ein Bedürfnis, nein, mehr noch, fast eine Verpflichtung, nach dem Wochenende, an dem die leopoldstädter Variante des japanischen Kirschblütenfestes Hanami so erfolgreich das Licht des Karmeliterviertels erblickt hat, einen Aufruf an die Weltöffentlichkeit zu richten:

– hanami darf nicht Halloumi werden!

Halloumi, jener Käse, der schnell und scharf abgebraten frisch gegessen seine gesamte kräftige Würze am Gaumen auszubreiten vermag, der jedoch, kaum erkaltet, zu einer zähen ungenießbaren Masse verkommt. Genau dieses Schicksal darf  – hanami nicht widerfahren. Das wäre doch gerade so, als würde nach diesem kulturellen Hochereignis, das in seiner ganzen Würze allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mehr noch deren Gästen so gemundet hat und Gusto auf mehr machte, der Geist des Hanamismus wieder erkalten und zu einer zähen ungenießbaren Masse der Erinnerung verkommen.

So möchte ich an alle Hanamistas und Hanameros nochmals diesen eindringlichen Appell richten: – hanami darf nicht Halloumi werden! Denn, was wäre der unermüdliche Einsatz des sich hinter dem geheimnisvollen Kürzel „wfr“ verbergenden Spiritus Rector dieser bunten Truppe wert gewesen, wenn das ein einmaliges Ereignis geworden wäre? (Einmalig sollte es ja sein, jedoch als Adjektiv und nicht als Zahlwort). Sollte die gesamte Blogger- und Facebookerei von eben jenem besagten „wfr“ und dem ebenso klugen wie auch breiten Geist aus dem PROverbis-Verlag, durch die die Geburt dieser Künstlergruppe erst hinaus in die Welt getragen wurde, vergeblich gewesen sein? Wer hätte die Wände des Lokals (Vielen Dank Andi!) in der Karmelitergasse so verschönert, wenn nicht die bildenden Künstlerinnen und Künstler unter den Hanamistas? Und wer hätte neben dem Augen- auch für Ohrenschmaus gesorgt, wenn nicht die Literaten und Performer?

Nein, liebe Leute, so geht das nicht: – hanami schreit förmlich nach einer Verlängerung und einer Fortsetzung. Die Kunstwelt fordert es quasi ein und die Hanamistas sollten sich ihrer kulturhistorischen Verantwortung stellen. Wer, so frage ich, will denn schon alter, erkalteter Halloumi sein, wenn sie oder er auch eine taufrische Kirschblüte sein können, die die Menschheit ergötzt und von der die, die dabei waren, dereinst andächtig-ergriffen ihren Enkeln und Urenkeln berichten werden? (fh)

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2 Kommentare
  1. Pingback: Goethehof | hanami

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